Eine Frage des Mindsets? 3 Tipps um dein Zeitmanagement zu verbessern

25 Mrz, 2024 | Allgemein, Stress, Stressmanagement, Zeit, Zeitmanagement

Der erste Irrtum im Zeitmanagement: Alles wäre besser, hättest Du ein anderes Mindset

Willst Du Dein Zeitmanagement verbessern? Dann achte darauf, was Du denkst. Das bedeutet nicht, dass Du ein anderes Mindset brauchst oder es irgendwie shiften solltest. Dein Mindset ist vermutlich ganz in Ordnung und – Hand auf´s Herz – es hat Dich ja auch schon weit gebracht. Und dennoch: was Du denkst, bestimmt was Du tust. Lass uns heute den Fokus mal ein kleines bisschen anders setzen: WIE du denkst, bestimmt was Du tust. Beim Mindset geht es weniger darum, was für ein Mindset Du grundsätzlich hast, sondern eher darum, welches Denkmuster Du gerade nutzt.

Wie dein Mindset dein Zeitmanagement verbessern kann

„Mindset“ bedeutet nichts anderes als „Denkmuster“. Der Zusammenhang zwischen Zeitmanagement und Deinem Mindset ist ganz einfach: Sobald Du denkst, Du kannst es lernen, kann sich Dein Zeitmanagement verbessern. Schritt für Schritt. 

Vor ein paar Wochen hab ich das „Satir Modell“ von Virginia Satir gelesen. Sie beschreibt, was sie in tausenden von Beratungsgesprächen festgestellt hat: es gibt zwei Arten zu denken. Das „Growth Mindset“ und das „Hierarchische Mindset“. Im Folgenden wird es nach Carol Dweck („Selbstbild„) als das „fixed Mindset“ bezeichnet.

Im Kern geht es in beiden Büchern darum, dass es eine Denkweise gibt, die davon ausgeht, dass Du lebenslang lernen kannst, was Du tun möchtest: Das Growth Mindset. Das deckt sich mit Erkenntnissen der Neurowissenschaften: Unser Hirn ist durch Neuroplastizität genau darauf ausgelegt.

Es gibt eine dazu gegensätzliche Denkweise, die davon ausgeht, das Menschen sind, wie sie sind. Das „fixed Mindset“. Die einen haben Talent, die anderen nicht. Die einen Gewinnen, die anderen verlieren. Die einen sind „gut genug“ die anderen nicht. Das fixed Mindset vereinfacht und simplifiziert und lässt uns dadurch schneller vermeintlich klarer entscheiden – und in starren Situationen verharren.

Der Kontext bestimmt die Denkweise

Im ersten Moment war das für mich erhellend und schockierend zugleich: Wenn die einen so sind und die anderen so – wie soll das denn gemeinsam funktionieren? Ich hatte Angst. Dadurch bin ich direkt in die Falle getappt: Schwarz-weiß-Denken. „Die sind so und ich bin anders“. Obwohl das eigentlich eher nicht meine Art ist.

Wie Stress das Denken verändert

Was ist passiert? Unter Stress hat mein Hirn das gemacht, was es üblicher Weise in solchen Situationen macht. Mein Denken vereinfacht. Logisch denken, Zusammenhänge erkennen, Komplexität erfassen – das war in dem Moment erstmal nicht mehr möglich. Das war für mich eine beeindruckende Beobachtung. Ich komme später nochmal darauf zurück, was das bedeutet, wenn Du Dein Zeitmanagement verbessern möchtest. Jetzt möchte ich Dir die beiden Denkweisen erstmal vorstellen. Wenn Du Dein Zeitmanagement verbessern möchtest, ist es wichtig sie zu kennen, um vor allem das fixed Mindset im Alltag erkennen zu können.

Zeitmanagement verbessern: Growth Mindset und fixed Mindset im Vergleich

Die beiden Denkweisen unterschieden sich vor allem in der Definition von Erfolg, Beziehung, Menschen, Ereignissen und Veränderung.

Zeitmanagement verbesern: Das passende Mindset ist der Schlüssel dazu.
  • Erfolg: Persönliches Wachstum versus Sieg oder Niederlage. Dazu gehört auch Scheitern.
  • Beziehung: Menschen sind auf Augenhöhe miteinander versus einer ist wichtiger / mächtiger / höher gestellt als der andere. Dazu gehört auch sich selbst klein reden oder andere überhöhen.
  • Menschen: Jeder kann alles lernen und Vielfalt ist wünschenswert und nützlich. Jeder ist etwas Besonderes. Im Gegensatz dazu geht das fixed Mindset davon aus, dass keiner aus der Reihe tanzen sollte und idealerweise alle gleich sind. Du möchtest so sein wie alle anderen.
  • Ereignisse: Das Growth Mindset geht davon aus, dass alles mit allem zusammenhängt und Entwicklung schrittweise stattfindet: Du lernst stetig dazu und Irrtum ist normal. Du kannst jederzeit nachsteuern. Das Fixed Mindset sieht vereinfachte Zusammenhänge: Wenn Du A machst passiert B. Es gibt richtig und falsch und das ist eindeutig.
  • Veränderung: Die Kernfrage ist, was Sicherheit gibt. Beim Growthmindset ist es Prozessvertrauen, beim Fixed Mindset der Status Quo – das Verharren im Istzustand.

Das passende Mindset zur richtigen Zeit So kannst Du Dein Zeitmanagement verbessern

Die Frage ist nicht welches Mindset Du hast, sondern welchen Du gerade nutzt. Neuroplastizität und damit die Fähigkeit den Wachstums-Denkstil zu nutzen hat jeder. Unter Stress reduziert das Hirn selbst beim wachstumsorientiertesten Menschen die Möglichkeiten und switcht zum Fixed Mindset. Damit nimmst Du Dir die Möglichkeit neue Lösungen zu finden und auszuprobieren. Die Folge: Alte Probleme, auch Zeitprobleme, bleiben Dir erhalten. 

Auslöser für das Fixed Mindset

Das Fixed Mindset ist nicht dauerhaft aktiv – sonst würdest Du vermutlich nie irgendetwas Neues umsetzen oder in die Wege leiten. Der Stanford-Professor B.J.Fogg hat dazu ein Modell entwickelt: Verhalten = Motivation * Fähigkeit * Auslöser.

Besonders häufige Auslöser für das fixed Mindset sindsind:

  • Herausforderungen
  • Rückschläge
  • Harte Arbeit
  • Kritik
  • Erfolg

Wie Du Dein fixed Mindset erkennst:

Du wirst es gleich merken: das eine oder andere wird dir bekannt vorkommen. Die bekannteste Stimme im Fixed-Mindset-Stil ist Dein innerer Kritiker. Wenn er zu Wort kommt, nutzt Du gerade das fixed Mindset.

Fixed Mindset durch Herausforderungen

Wenn Du das Gefühl hast, am Rande Deiner Kompetenz zu sein. Wenn Du überzeugt bist, überhaupt kein Talent zu haben, es einfach nicht zu können. Wenn Du Dir sicher bist, „Zeitmanagement ist einfach nicht mein Ding“, hindert Dich das daran, einen Schritt zu wagen. Du verlierst Zeit und Energie dadurch, dass Du mit Dir haderst. Vielleicht kennst Du solche Gedanken? „Ich bin nicht diszipliniert genug“. „Ich bin nicht der Typ für sowas.“ „Ich bin kein Verkäufer-/ Zahlen-/ Marketing- oder Sonstwas-Typ.“ Was auch immer Du Dir absprichst – genau so wird es im Ergebnis sein. Es wird tendenziell schwierig, weil Du es nicht anders erwartest. 

Fixed Mindset durch Rückschläge

Rückschläge gehören zum Alltag. Dass etwas anders läuft, als gedacht, ist umso wahrscheinlicher, wenn Du viel mit Menschen zu tun hast, Dein Unternehmen in der Transformation steckt und womöglich Digitalisierung oder KI gerade Dein Leben verändert. Wenn Dein Fixed Mindset durch Rückschläge getriggert wird, werden Rückschläge und die Angst vor dem Scheitern zu unüberwindbaren Blockaden oder ständigen erheblichen Belastungen. Die Frage „ob ich das schaffe?“ wird zum ständigen Begleiter und übt permanent Druck aus. Das verunsichert und kostet Kraft.

Wenn harte Arbeit das Fixed Mindset auslöst

Wenn die eigene Mühe unbewusst mit der Frage nach Talent verknüpft wird, steht auch die eigene Unzulänglichkeit vor Augen: „es gibt Menschen mit Talent, denen alles zufliegt und leicht fällt und ich gehöre nicht dazu.“ Harte Arbeit wird in diesem Fall gedanklich nicht mit einem Lernprozess verknüpft, den jeder mal durchläuft oder schon durchlaufen hat, sondern damit, ob es einem „gegeben ist“ oder nicht. Der Selbstwert sinkt im gleichen Maß, in dem die Hoffnungslosigkeit zunimmt.

Fixed Mindset durch Kritik

Feedback und Kritik kann hilfreich sein, um hohe Ziele zu erreichen und die eigene Wahrnehmung mit der Wahrnehmung anderer abzugleichen oder anzureichern. Das gelingt nur, wenn Du es schaffst, Deine Leistung von Dir als Person zu trennen. Fasst Du jedoch Kritik persönlich auf, kann Kritik genau das Gegenteil auslösen. Die Überzeugung, einfach nicht gut genug zu sein. Nie zu genügen. „Ich mache ja eh alles falsch“.

Fixed Mindset durch Erfolge von anderen

Das Fixed Mindset wird ausgelöst, durch den Gedanken, dass andere erfolgreich sind und Du nicht. Der Gedanke ist stark verkürzt und blendet aus, dass andere sich vielleicht einfach schon früher auf den Weg gemacht haben. Letztendlich sorgen Neid und Missgunst dafür, dass die anderen gedanklich überhöht werden, Du das Schicksal für unfair hältst und sich daraus ergibt, dass Du an der Situation nichts ändern kannst.

Verbessere dein Zeitmanagement durch die Aktivierung deines Growth Mindsets

Die gute Nachricht: das Hirn ist von Natur aus neugierig. Mit guten Fragen kann es gelingen, dem Growth Mindset eine Initialzündung zu geben. Das ist die effektivste Art Zeit zu sparen, denn dadurch kannst Du schneller neue Lösungswege suchen und finden. 

Fixed Mindset erkennen als Startpunkt für besseres Zeitmanagement

Manchmal kannst Du das fixed Mindset schon an der Sprache erkennen. Formulierungen wie „immer“, „nie“, „ich bin“ und die Frage „ob …“ weisen darauf hin.

Du erkennst es am Verhalten, wenn Herausforderungen gemieden werden, bei Schwierigkeiten schnell aufgegeben wird, Fehler als „schlimm“ bewertet werden und Erfolge anderer irgendwie bedrohlich wirken.

3 Tipps um Dein Zeitmanagement zu verbessern.

Wenn Dir eines der Beispiele auffällt, helfen manchmal schon ganz einfache Frage:

Du hältst Dich für … (setze ein beliebiges Adjektiv ein. Beispielsweise „undiszipliniert“ oder „chaotisch“) Frage Dich: „Ist das so?“ Vielleicht fallen Dir spontan Ausnahmen ein. Situationen, in denen Du das anders erlebt hast. Was meinst Du – wie lässt sich das auf die aktuelle Situation übertragen?

Ertappst Du Dich manchmal bei der Frage „ob Du das schaffst?“ oder „ob Du scheiterst?“ Formuliere die Fragen um: Frage Dich „Wie schaffe ich das“. Damit unterstellst Du, dass es machbar ist und fängst an den Weg zu suchen. Für mutige: Frage Dich auch „wie werde ich scheitern?“. Es wird Dir hilfreiche Impulse geben, worauf Du achten kannst und was Du tun kannst, damit es eben möglichst nicht passiert.

Wenn andere irgendwas viel besser können als Du – hast Du schon mal gefragt, wie sie das geschafft haben? Sie werden Dir vermutlich von Mühsal, Zweifeln und viel Arbeit erzählen. Und Du stellst fest: auch andere kochen nur mit Wasser.

Das Growth Mindset stärken

Wenn Du feststellst, dass Dir irgendetwas so sehr Sorgen oder Unbehagen bereitet, stelle Dir als erstes die Frage, was Dir Sicherheit gibt. Die Formel „stelle Neuem etwas Vertrautes zur Seite“ hat sich bewährt. Fange an, Dich selbst und das was Du tust neugierig zu beobachten. Und Du wirst feststellen: Vieles funktioniert viel besser, als Du es bisher vermutet hast. Mit jedem Schritt, der Dir gelingt wächst die Sicherheit. Das ist die Grundlage für Wachstum und Entwicklung. Auch die Entwicklung deines Zeitmanagements. 

Die Verbesserung deines Zeitmanagements, wenn der inneren Kritiker verstummt…

Stell Dir vor, Du nimmt wahr, was Dir alles gut gelingt.

Stell Dir vor, Du bist Dir sicher, dass Du lernen kannst, was Du lernen willst.

Stell Dir vor, Du bist gut so wie Du bist. Weil es zu Dir passt.

Stell Dir vor, Dir kann nichts passieren, auch wenn Du Fehler machst. Wenn jeder Schritt ein Schritt in die richtige Richtung ist und wenn er mal nicht so gut war, zuckst Du mit den Schultern und steuerst nach.

Stell Dir vor, was immer Du tust, es wird jeden Tag ein kleines bisschen besser.

Stell Dir vor, dann kommt Dein innerer Kritiker mit seinem erhobenen Zeigefinger um die Ecke. Und Du sagst freundlich: Danke für den Hinweis und machst was draus.

Das gute Gefühl kommt auf, dass Dir alles gelingt. Dass Du die Zeit gut nutzt. Du bist in Ordnung und was Du tust auch.

So ist das, wenn es Dir gelingt, im Growth-Modus zu denken und Dein Zeitmanagement zu verbessern. 

Wenn Du das lernen willst: melde Dich bei mir. Darum geht es in meinen Zeitmanagement Seminaren, Workshops und Zeitmanagement Coaching. Vor Ort in Karlsruhe oder online, von wo-immer-du-willst.

Wenn Du weiterlesen willst, schau doch mal hier: 3 Tipps, wie Du gutes Zeitmanagement lernen kannst. Zeitmanagement beginnt im Kopf. 

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